17. März 2026

Kolumbien: Das Fahrrad ist noch nicht umgefallen

Kolumbien ist ein konfliktreiches Land mit einer langen Bürgerkriegstradition. Dabei spielen Grossgrundbesitzer, linke und rechte Guerillagruppen, eine Armee, die von Menschenrechten nicht viel hält und Drogenmafia-Clans eine unsägliche Rolle. Gemeinsam haben sie es über Jahrzehnte geschafft, das Land zu spalten. Leider verkauft sich die Drogenmafia bei der Bevölkerung am Besten, sodass grausame Drogenbosse auch noch einen Heldenstatus geniessen.

Oft wachsen auf dem kargsten Boden die schönsten Blumen. Kolumbien ist voll von bewunderungswürdigen Menschen, die sich für den Frieden engagieren, voll von einsichtigen ehemaligen Kämpfern, voll von Leuten, die das Land friedlicher machen wollen und vorwärts bringen möchten. Kein Frieden ohne Gerechtigkeit und der Gerechtigkeit stehen entgegen der landläufigen Meinung, die von zu milden Strafen gegen ehemaligen Kämpfern spricht, viel mehr die alteingesessen, reichen Familien im Wege, die ihre Privilegien geraubtem Land verdanken und von ihrem unrechtmässigen Besitz nichts abgeben wollen. Denn natürlich: Das alles ist längst legalisiert und die Ungerechtigkeit quasi in Landtiteln verschriftlicht worden. Das Friedensabkommen mit der FARC, der grössten Guerilla des Landes hätte ab 2015 viele gesellschaftliche Verbesserungen auch bei der Landfrage bringen sollen. Diese Verbesserungen werden nur schleppend umgesetzt und wenn gerade eine konservative Regierung an der Macht ist, wird der Prozess jeweils ganz ausgesetzt. Dennoch: Das Fahrrad ist noch nicht umgefallen. Es bewegt sich  ganz langsam in die richtige Richtung und seit dem Durchbruch von Havanna 2015 ist an vielen Tischen mit vielen Gruppen verhandelt worden – oft mit einem positiven Ergebnis. Dass es in Kolumbien immer zwei Schritte vorwärts geht und einen zurück, daran sind sich die Menschen längst gewöhnt. Der folgende Beitrag zeigt, dass die Entwicklung in Kolumbien viele Grautöne aufweist und sich mit schwarz und weiss nur ungenügend beschreiben lässt.

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